TU Berlin

Geochemisches GemeinschaftslaborHilfestellung

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1. Einleitung

Bei Abschlussarbeiten handelt es sich um eine Lehrleistung, d.h. im Rahmen der Arbeit sollen die während des Studiums erlernten Methoden eingesetzt werden, um ein Thema genauer zu untersuchen. Bei der Arbeit spielt die Betreuung eine große Rolle; dennoch gilt es, vieles zu organisieren und sich gründlich in ein Gebiet einzuarbeiten. Diese Aufgaben müssen eigenständig erledigt werden und zählen bereits als Teil der Abschlussarbeit.

Voraussetzung für eine Bachelor- / Masterarbeit ist:

  •     Das Thema macht mir Spaß
  •     Ich habe eine gute Betreuung
  •     Ich habe alle notwendigen Vorlesungen besucht
  •     Ich bin fit mit Textverarbeitung / Tabellenkalkulation / Zeichenprogrammen
  •     Ich weiß, wie man eine Literaturrecherche im Internet und der Bibliothek durchführt
  •     Ich habe Zeit für die Arbeit und keine drei Nebenjobs

2. Der erste Schritt

Spätestens ½ Jahr vor Beginn der Arbeit sollte Kontakt zu den Betreuern aufgenommen werden, da interessante Themen häufig eine lange Vorbereitungszeit benötigen und eine Einbindung in Projekte sinnvoll ist. 2-3 Monate vor Beginn der Arbeit sollte dann das Thema festgelegt werden. 1 Monat vor Beginn der Arbeit kann man sich in die Literatur einarbeiten.

3. Anmeldung

Jetzt kommt die Anmeldung beim Prüfungsamt. Ab Anmeldedatum ist für Bachelorarbeiten eine Bearbeitungszeit von 4 Monaten, bei Masterarbeiten von 6 Monaten festgelegt. Das Studien- und Prüfungsamt prüft bei Anmeldung, ob alle Voraussetzungen gegeben sind (ausreichend LP, richtige Kurskombination).

Wichtig ist es von beiden Seiten darauf zu achten, dass der Umfang der Arbeit 4 bzw. 6 Monate nicht übersteigt. Man sollte sich absolut im Klaren über die Aufgaben und die Zielstellungen der Arbeit sein.

4. Zeitplan der Arbeit

Nun - also ganz zu Beginn der Arbeit - wird ein Zeitplan vorgelegt. Hierdurch werden die Aufgaben konkretisiert, der Umfang festgelegt und man wird dazu gezwungen, am Beginn der Arbeit den Ablauf des „Projektes Abschlussarbeit“ zu klären. Im Allgemeinen besteht eine Masterarbeit aus ca. 2 Monaten praktischer oder experimenteller Tätigkeit im Labor oder Gelände, aus ca. 2 Monaten Datenaufbereitung und Interpretation und ca. 2 Monaten Erstellung der eigentlichen Abschlussarbeit. Bei einer Bachelorarbeit ist von ca. 2 Wochen praktischer Arbeit, 2 Wochen Auswertung und 4 Wochen Texterstellung auszugehen. Kommt es während der Arbeitsphase zu Abweichungen vom Zeitplan, sollte der Betreuer eingeschaltet werden.

5. Literaturrecherche

Zu jeder Arbeit gehört eine Literaturrecherche. Von dem Betreuer oder Doktoranden können zum Einstieg in das Thema Artikel eingeholt werden. Danach ist aus den Literaturverzeichnissen dieser Artikel eine Recherche in den Katalogen der Bibliothek durchzuführen. Neben der Verwendung von Online-Katalogen der Universitätsbibliothek sollen Suchmaschinen und Online-Datenbanken zur Recherche hinzugezogen werden. Hier können neuste Zeitschriften-artikel aus Datenbanken abgefragt werden. Je nach Projekt könnten auch chemische oder geologische Daten aus Datenbanken spezieller Institute von Interesse sein. Eine gründliche und aktuelle Recherche wird von den Bearbeitern der Abschlussarbeit erwartet.

6. Analysen über Analysen

In den meisten Abschlussarbeiten werden Laboruntersuchungen durchgeführt. Die Arbeit an den Geräten muss vorab abgestimmt werden, da Messgeräte und Kapazitäten begrenzt sind. Laborarbeiten also rechtzeitig anmelden. Ebenso erfolgt für die meisten Tätigkeiten eine Einarbeitung an den Messgeräten, auch dies muss vorher abgesprochen und geplant werden.

Bei den Analysen ist peinlich genau auf Sauberkeit und exaktes Arbeiten zu achten. Heutzutage wird im µg/L Bereich analysiert, bei organischen Stoffen im ng/L Bereich. Kontaminationen über Staub, nicht vorgereinigte Gefäße, schlampige Verdünnungen oder Eichreihen erfolgen sehr leicht und schnell. Bitte alle Details genau mit dem Labor absprechen, von der ersten Plastikflasche für die Beprobung über die Probenaufbereitung bis zur Messung. Weiterhin ist auf eine sorgfältige Beschriftung der Proben und Materialien zu achten. Unbeschriftete Proben, die irgendwo rumstehen, können nicht zugeordnet werden und werden entsorgt.

7. Daten über Daten

Während der Abschlussarbeit wird ein Haufen Daten gesammelt; Mehr als man zu Beginn vermutet. Deshalb ist es absolut notwendig, gleich von Beginn an Dateien eindeutig zu benennen und Unterverzeichnisse anzulegen, so dass der Betreuer und auch ein Fremder die Ordnung verstehen kann. Und dann: Sichern, Sichern, Sichern, am besten täglich! Die Ausrede "Mein Rechner hat sich zerschossen und 2 Monate Daten sind verloren" wird nicht akzeptiert! Am Ende der Arbeit sollen alle Daten auf einer CD-ROM zusammen mit dem Text abgegeben werden. Die meisten Abschlussarbeiten werden in drittmittelfinanzierten Projekten angefertigt. Die Daten werden also später verwendet. Eine Auswertung erfolgt in der Regel mit den Programmen Excel, Surfer, SPSS, oder Grapher. Modellierungen werden häufig mit PHREEQC oder FEFLOW durchgeführt. Es wird vorausgesetzt, dass Studenten die Office-Programme, sowie ein Zeichenprogramm wie Corel Draw, Gimp oder Photoshop beherrschen. Spätestens bei der Erstellung der Masterarbeit wird von den Studierenden der sichere Umgang mit ArcGIS erwartet. Entsprechende Kurse werden an der TU Berlin im Rechenzentrum angeboten; hierfür ist während der Abschlussarbeit keine Zeit. Am Ende der Arbeit sind alle Daten zusammen mit der ausgedruckten und gebundenen Arbeit als CD im Prüfungsamt abzugeben.

8. Das schriftliche Werk

Nun kommt die größte Hürde: Das Verfassen der Arbeit an sich. Bevor auch nur das erste Wort geschrieben wird, ist die Gliederung der Arbeit mit dem Betreuer abzusprechen. Sie ist das Gebäude der Arbeit und lässt sich später nur schwer verändern. Sie sollte logisch und formal richtig aufgebaut sein und es muss ein roter Faden zu erkennen sein. Die Arbeit wird in Kapitel untergliedert. Jedes Kapitel hat mehrere nummerierte Abschnitte. Ein Abschnitt kann noch mal durch Anstriche unterteilt werden, die dann jedoch keine Nummerierung bekommen. Dies ist sinnvoll, da im Inhaltsverzeichnis eine schnelle Übersicht, aber nicht eine Zergliederung bis in die Ebene 1.3.2.5.1.1 erfolgen soll. Drei Gliederungsebenen reichen meistens aus, vier sollten das Maximum sein.

Vor jede Arbeit gehört eine kurze Zusammenfassung, in der prägnant und ohne Wenn und Aber die Fragestellung und das Ziel der Arbeit formuliert werden. Der Umfang übersteigt selten 1-2 Seiten. Meist schreibt man die Zusammenfassung zuletzt. Eine englische Version der Zusammenfassung (Abstract) kommt direkt hinter die deutsche Zusammenfassung.

Die darauffolgende Einleitung ist immer das 1. Kapitel einer Arbeit. Für vorige Abschnitte, sowie für den Anhang wird eine andere oder keine Nummerierung verwendet. Eidesstattliche Erklärung, Danksagung, Zusammenfassung und Inhalts-, Abbildungs- und Tabellenverzeichnis, aber auch Abkürzungs- und Symbolverzeichnis stehen in der Abschlussarbeit auch vor der Einleitung.

Nach der Einleitung kommen die wissenschaftlichen Grundlagen der Arbeit, also eine Zusammenfassung der Literaturrecherche. Hierbei ist es nicht notwendig die pH-Elektrode neu zu erklären und auch der Stoff des Studiums kann als bekannt vorausgesetzt werden. Es gilt: Qualität vor Quantität.

Im nächsten Kapitel werden die verwendeten Materialien und Methoden beschrieben. Kurz und knapp werden Standort oder Versuchsaufbau, die Geräte oder Analytik und Nachweisgrenzen beschrieben. Keine langen Romane, sondern das wichtigste für den Leser.

Jetzt kommt der wichtigste Abschnitt der Abschlussarbeit: Die Ergebnisse. Diese können in einem Kapitel und getrennt von der Interpretation dargestellt werden. Es wird sich also auf Grafiken und einen erklärungsfreien Text beschränkt. Hier gehört auch die Fehlerbetrachtung hin, die in keiner Arbeit fehlen darf. In einem nächsten Kapitel werden dann die Ergebnisse interpretiert (Anhand eigener Erklärungen und eines Vergleichs mit der Literatur). Es ist jedoch auch möglich, in einem Kapitel sofort die Ergebnisse darzustellen und zu interpretieren. Dies ist mit dem Betreuer abzusprechen.

Das abschließende Kapitel ist die Diskussion. Hier sollte man sich von der Arbeit distanzieren und von einem distanzierten Standpunkt aus betrachten, was man da so getan hat und wie das ganze zu bewerten ist. Nur hier ist die eigene Meinung zulässig und sinnvoll. Das Kapitel kann mit einigen Ausführungen über weiteren Forschungsbedarf und offene Fragen schließen. Das letzte Kapitel der Arbeit ist das Literaturverzeichnis. Dabei ist strikt darauf zu achten, dass alle Formate absolut einheitlich sind. Wenn man sich einmal für eine Zitierweise entschieden hat, muss diese immer exakt beibehalten werden, egal wie die jeweiligen Zeitschriften selbst formatiert sind. Dies gilt für jeden Punkt, Doppelpunkt, Komma etc. Bei mehreren Autoren werden alle aufgeführt und nicht (wie im Text) mit et al. abgekürzt. Bei Zeitschriften werden die Seiten, bei Büchern der Verlag und der Ort angegeben. Das Literaturverzeichnis besteht aus exakt den Zitaten, die im Text verwendet wurden, nicht mehr und nicht weniger.

Jetzt folgt der Anhang, in dem Daten, die nicht im Text aufgeführt wurden, gezeigt werden. Hier können auch noch Karten oder Abbildungen und ergänzende Diagramme folgen. Die Nummerierung des Anhangs ist von der Kapitelnummerierung zu trennen.

9. Allgemeine Hinweise über die häufigsten Fehler

Schreiben Sie die Arbeit von vorne nach hinten in einem Zug durch. Schreibt man erst in Kapitel 5 und dann in Kapitel 3, wiederholt man sich zu häufig und es ist kein roter Faden zu erkennen. Wenn man in verschiedenen Kapiteln gleichzeitig oder nicht in der richtige Reihenfolge schreibt, sollte man wirklich genau wissen welcher Inhalt an welcher Stelle stehen soll.

Schreiben Sie so, als ob Sie mit einer Schreibmaschine schreiben würden: Überlegen Sie sich vor dem Schreiben, was Sie sagen wollen und wie Sie das gliedern wollen. Schreiben Sie nicht einfach das, was Ihnen gerade einfällt, um es später irgendwohin zu kopieren, sondern versuchen Sie, auch in den eigenen Gedanken dem roten Faden zu folgen. Dann werden Sie auch keine Angst haben müssen, dass Sie alles vergessen könnten, wenn Sie es nicht sofort irgendwie zu Papier bringen.

Das wichtigste in der Arbeit ist ein klarer roter Faden, die Entwicklung der Gedankengänge muss für den Leser nachvollziehbar sein, Interpretationen dürfen nicht plötzlich aus dem Hut gezaubert werden. Prüfen Sie dies selber und durch einen fachkundigen Korrekturleser.

Achten Sie darauf, nicht zu lange Sätze oder Schachtelsätze zu schreiben. In den Naturwissenschaften bevorzugt man klare und einfache Sätze, die kurz sind. Öfters mal ein Punkt und ein neuer Absatz helfen sehr beim Lesen der Arbeit. Sehr gut lässt sich ein neues Thema, das keinen eigenen Abschnitt darstellt, durch Anstriche markieren. Wenn sie Aufzählungen oder prägnante Thesen haben, kennzeichnen Sie dies durch Aufzählungszeichen.

Bitte verwenden Sie keine umgangssprachlichen Formulierungen. Schreiben Sie wissenschaftlich exakt und eher etwas spröde als zu blumig ("Der Prüfwert wurde um 10 % überschritten" anstatt "es ist schade, dass der Boden so verschmutzt ist").

Formatieren Sie den Text am Schluss! Achten Sie von Anfang an auf eine einheitliche Formatierung. Dies betrifft alle Zitate, Überschriften, Beschriftungen von Abbildungen und Tabellen, Rahmen um Abbildungen, Leerzeichen vor neuen Abschnitten oder Kapitel. Arbeiten Sie immer mit einer Formatvorlage und formatieren Sie nicht einzelne Textstellen.

Arbeiten Sie immer mit automatischen Beschriftungen für Abbildungen und Tabellen. Sie können dann Querverweise automatisch erstellen (die Aktualisierung erfolgt dann auch automatisch!) und Inhaltsverzeichnisse, Tabellenverzeichnisse und Abbildungsverzeichnisse mit Seitenzahlen einfügen. Dies spart enorm viel Zeit. Das Format aller Beschriftungen und Verzeichnisse ist in der Formatvorlage vorgegeben und wird nur dort, nicht im Text verändert (Word Menü "Format_Formatvorlage_Bearbeiten").

Achten Sie strikt und im Detail darauf, dass Sie im gesamten Text immer einheitliche Abkürzungen, Probenbezeichnungen, Formate, Zitierweise etc. verwenden. Wenn Sie sich einmal für irgendetwas entschieden haben, bleiben Sie dabei. Also nicht "Calcium" und dann "Calzium" oder "Kalzium". Schreiben Sie in der neuen Rechtschreibung, also "dass" und "Messstellen".

Fügen Sie alle Abbildungen entweder am Ende oder am Anfang einer Seite ein. Kleine Abbildungen können in einem Positionsrahmen mit Fliesstext umgeben werden (nicht als Textfeld, da sonst die Beschriftung nicht funktioniert!). Jede Abbildung braucht eine Legende, bitte formatieren Sie alle Abbildungen gleich und verwenden Sie im gesamten Text immer einheitliche Beschriftungen. Abbildungen erhalten eine Abbildungsunterschrift, Tabellen eine Tabellenüberschrift. Seitenumbrüche und andere manuelle Umbrüche am besten immer erst am Ende des Schreibvorgangs einfügen.

Die gesamte Abschlussarbeit sollte zum Schluss als ein Zentraldokument vorliegen. Wenn Sie völlig einheitliche Formatvorlagen haben können Sie auch pro Kapitel eine Datei anlegen und nachher alles zusammenfügen. In mehreren Dateien zu arbeiten, hat den Vorteil, dass die Dokumente, in den man gerade nicht arbeitet, nicht beschädigt werden können. Außerdem können Dokumente durch viele Abbildungen mit hoher Auflösung extrem groß werden, so dass der Umgang mit der Datei mühsam wird.

Sprechen Sie rechtzeitig vor der geplanten Endabgabe der Abschlussarbeit mit Ihrem Betreuer. Machen Sie frühzeitig einen Termin! Die Korrekturabgabe bei dem Betreuer sollte in Form einer ringgebundenen, fertigen Arbeit sein, komplett mit allen Abbildungen, Verzeichnissen, formatiert und mit Anhang. Auch wenn es „Korrekturabgabe“ heißt, sollte die Arbeit bereits von Ihnen überarbeitet, Korrektur gelesen und in der Qualität wie die Endabgabe sein. Geben Sie niemals halbfertige Sachen ab, außer wenn dies ausdrücklich abgesprochen wurde. Dieses Exemplar wird in der Regel die Note der Arbeit bestimmen. Nachträgliche Korrekturen sind dann unter Umständen noch möglich, werden aber in der Notengebung je nach Schwere als Bewertungsabzug berücksichtigt.

Nach der Abgabe beim Prüfungsamt kopieren Sie Ihre gesamten Daten sauber aufgeräumt zusammen mit dem Text auf eine CD-ROM oder einen USB-Stick. Darauf sollte sich eine Readme.doc Datei befinden, die kurz beschreibt, wie man auch in 2 Jahren noch was auf dem Datenträger findet, wo und wie welche Daten gespeichert wurden, welche Dateinamen verwendet wurden und was eventuell beim Druck der Arbeit zu beachten ist.

Es gibt eine Menge an hilfreicher Literatur, wie man eine formal richtige Bachelor- / Masterarbeit anfertigt. Bitte nutzen Sie diese intensiv und gehen Sie nicht davon aus, dass Sie intuitiv alles richtig machen oder Ihr Betreuer beim Korrekturlesen alles anstreicht. Wurde dies alles beachtet, sollte der erfolgreichen Durchführung einer Abschlussarbeit nichts mehr im Wege stehen.

10. Viel Erfolg!

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